Silke Hein
Silke Hein

Kindheit und Jugend auf dem Thüringer Land

Am 18. September 1963 wurde ich in Meiningen geboren und verbrachte zusammen mit meinen beiden Brüdern eine frohe Kindheit auf dem Thüringer Land.

Meine Eltern waren berufstätig und da die Großeltern weit entfernt lebten, verbrachte ich viele Stunden in der Obhut meiner sogenannten „Pate“, einer liebenswerten und sehr kinderlieben Freundin der Familie. Diese Zeit sollte prägend sein für all meine Geschichten und sich als stetige Inspirationsquelle herausstellen. Meine Pate war eine einfache und bodenständige Frau, die für ihre Naturverbundenheit, Kochkunst und vielfältiges Kräuterwissen bekannt war. Bei ihr konnte ich von klein auf teilhaben am “einfachen Leben”, wie es sich in den 1960er und 1970er Jahren auf dem Lande abspielte. Dort wurde entsprechend der Jahreszeiten bescheiden und nach alten Rezepten gekocht und alles im Haus hatte eine einfache, wohltuende Ordnung. Mit Nachbarn und Freunden wurden Feste gefeiert und rund um den großen Küchentisch zeigte sich das Leben in aller Fülle. So entwickelte ich früh die Freude am dörflichen Gefüge aus Freiheit, Natur und originellen Menschen. Bei unseren langen Streifzügen durch den Thüringer Wald entwickelte ich ein Auge für das Spiel der Natur mit den Jahreszeiten. Dieses Zusammenspiel schwingt in sehr vielen meiner Geschichten und Gedichte als Unterton mit.

Nach meinem Schulabschluss studierte von 1980 bis 1983 ich an der pädagogischen Fachschule Schmalkalden zur Ausbildung als Kindergärtnerin. Ich arbeitete später gern als Kindergärtnerin und versuchte den Kindern meine Liebe zur Natur weiterzugeben. Ich heiratete und lebte mit meinem Mann, unserem Sohn, unserer Tochter und Tieren glücklich auf dem Land. Auch hieraus zog ich stetig Ideen für meine Kurzgeschichten. Nun, jenseits der 50 leben meine Kinder in der Großstadt und ich genieße das ländliche Leben mit meinem lieben Mann.

Die ersten Kurzgeschichten entstehen und werden veröffentlicht

Obwohl ich schon immer inspiriert durch die Natur und das dörfliche Leben war, kam die zündende Idee erst 2004, als der Südthüringische Literaturverein seinen Literaturkalender bewarb. Es wurden Kurzgeschichten von Thüringer Autoren gesucht und so reichte ich meinen ersten Text „Buchonien“ ein. Er wurde im Kalender 2005 abgedruckt.

MissesWallace / Pixabay

Davon inspiriert entstanden noch im selben Jahr 23 heitere Kurzgeschichten in denen unter anderem

Fragen wie „Wie kommt der röhrende Hirsch in die Küche?“ oder auch „Warum zwängen sich dickbäuchige Männer am Kirmessonntag durch eine winzige Fensterluke?“ beantwortet wurden. Unter dem Titel “Von liebenswerten Menschen und besonderen Tieren” wurden diese Kurzgeschichten als Buch durch den Meininger Verlag Resch veröffentlicht.

Es folgten weitere fruchtbare Zusammenarbeiten mit dem Thüringer Literaturkalender 2008, 2012 und 2015. Mein zweites Buch veröffentlichte ich 2008 zusammen mit dem Verlag Salier in Leipzig. Wie auch im ersten Buch ist es eine Zusammenstellung aus 28 Kurzgeschichten, die den Leser durch die ländliche Idylle streifen lässt und natürlich auch zum Schmunzeln einlädt.

Kinderliteratur

Durch mein Zusammenleben mit Kindern war ich stets sehr an Kinderliteratur interessiert und analysierte, welche Literatur es gibt und wie sie auf Kinder wirkt. Die Kinderliteratur der DDR war zwar kindgerecht, aber fast immer moralisierend oder verfolgte ideologische Ziele. Nach 1989 lernte ich die große Auswahl an Kinderliteratur kennen, bemerkte aber auch hier sehr große qualitative Unterschiede.
2015 versuchte ich mich an einer Erzählung für Vorschulkinder, die ich unter dem Arbeitstitel “Das Känguru trägt Backhandschuh” bei Verlagen vorstellen möchte.

Das Aktuelle Projekt

Im Moment beschäftige ich mich mit den letzten “Feinarbeiten” am Manuskript einer heiteren Erzählung in 14 Kapiteln. Darin geht es um eine weibliche Hauptfigur, die nichts mehr liebt, als einen sinnenfrohen Frühling auf dem Lande. Doch es taucht ein Störenfried auf und nichts ist, wie es sein soll.
Als sie dann jedoch eines schicksalhaften Morgens einen echten Indianerpfeil findet, da gibt es kein Halten mehr, denn was kann der anderes sein als ein Zeichen?
Und wirklich, sie tut es!

Hans / Pixabay

Über solch eine Aktion muss erst einmal sehr viel Frühlingsgras wachsen. Die Protagonistin flüchtet zur liebenswert-eigentümlichen Großmutter. Diese beherrscht vorzüglich die feinen und groben Töne des ländlichen Zusammenlebens, bei ihr trifft man auf facettenreiche dörfliche Personen und Ereignisse und es gibt die Tiere, die in Haus und Hof leben, nichts müssen aber vieles dürfen.
Da Liköre und andere gute Dinge von den literarischen Gestalten der heiteren Erzählung gern zu sich genommen werden, reifte die Idee, den Lesern einige Rezepte aus dem Familienschatz anzubieten.
Ich verstehe den Text als eine vergnügliche Lektüre, in der der Leser sich selbst und die originellen Eigenheiten des dörflichen Zusammenlebens wiederentdecken kann.